Kranichzug – wann & wo
Zweimal im Jahr überqueren Zehntausende Kraniche Europa – laut rufend, in den bekannten Keilformationen. Diese Seite zeigt die großen Rastplätze entlang der Route, welche gerade Saison haben und wie stark der Zug in der letzten Nacht war.
Aktuelle Zählstände: NABU – Kranichzug aktuell · Linum: wöchentliche Synchronzählung (Oberes Rhinluch)

➜ Radar-Zugkarte Europa: wie stark der Zug in der letzten Nacht war
So läuft das Kranichjahr
Die mittel- und westeuropäischen Kraniche folgen im Herbst der Westroute: Von den Brutgebieten im Norden geht es zunächst an die deutschen Sammelplätze – ab Mitte September in die Boddenlandschaft zwischen Rügen, Hiddensee und dem Festland, ab Ende September nach Linum bei Berlin, wo im Oktober an Spitzentagen 50.000 bis 80.000 Vögel übernachten. Weitere große Sammelplätze sind die Diepholzer Moorniederung in Niedersachsen mit rund 60.000 Kranichen, das Untere Odertal (bis 15.000) und der Müritz-Nationalpark. Aus Skandinavien kommen die Trupps unter anderem über den schwedischen Hornborgasjön, wo im Frühjahr bis zu 27.300 Kraniche gleichzeitig rasten. Weiter südwestlich sammelt der Lac du Der in der Champagne die Trupps, jedes Jahr 200.000 bis 350.000 Vögel. Dann geht es nach Spanien: über die Laguna de Gallocanta, wo im November an Spitzentagen über 100.000 Kraniche Zwischenstation machen, in die Extremadura, das größte Winterquartier. Im Februar und März läuft derselbe Weg rückwärts – der Heimzug ist schneller, die Rasten kürzer.
Daneben gibt es die östliche Route über Ungarn: In der Hortobágy-Pusta rasten von September bis November regelmäßig über 100.000 Kraniche aus dem Baltikum und Finnland, 2023 waren es an einem Tag knapp 195.000.
| Rastplatz | Schauspiel | Saison | 🛰️ Letzte Nacht | |
|---|---|---|---|---|
| Diepholzer Moorniederung Niedersachsen, Deutschland |
Kranichrast über 60.000 Kraniche |
Anfang Oktober bis Mitte November 🟢 Zug läuft jetzt |
kaum Zug 1,1 Vögel/km² |
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| Linum Brandenburg, Deutschland |
Kranichrast bis 80.000 Kraniche |
Ende September bis Mitte November 🟢 Zug läuft jetzt |
kaum Zug 0,4 Vögel/km² |
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| Rügen & Vorpommersche Boddenlandschaft Vorpommern, Deutschland |
Kranichrast bis 80.000 Kraniche |
September bis Anfang November 🟢 Zug läuft jetzt |
kaum Zug 0,8 Vögel/km² |
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| Extremadura Westspanien, Spanien |
Kranichüberwinterung bis 130.000 Kraniche |
November bis Februar 🟢 Zug läuft jetzt |
mäßiger Zug 23,9 Vögel/km² |
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| Hortobágy-Pusta Nagyalföld, Ungarn |
Kranichrast über 100.000 Kraniche |
September bis November, Spitze im Oktober 🟢 Zug läuft jetzt |
Massenzug 1472 Vögel/km² |
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| Lac du Der Champagne, Frankreich |
Kranichrast 200.000–350.000 Kraniche pro Jahr |
Okt/Nov und Feb/März 🟢 Zug läuft jetzt |
kaum Zug 0,9 Vögel/km² |
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| Laguna de Gallocanta Aragonien, Spanien |
Kranichrast über 100.000 Kraniche |
Mitte Oktober bis Anfang März, Spitzen im November und Februar 🟢 Zug läuft jetzt |
mäßiger Zug 20,7 Vögel/km² |
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| Organbidexka · Westpyrenäen Nouvelle-Aquitaine, Frankreich |
Greifvogel- & Taubenzug Greifvögel, Tauben & Kraniche |
August bis November 🟢 Zug läuft jetzt |
mäßiger Zug 16,3 Vögel/km² |
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| Hornborgasjön Västra Götaland, Schweden |
Kranichrast bis 27.300 Kraniche |
Ende März bis Mitte April, zunehmend auch im September 🟠 klingt ab |
starker Zug 51,7 Vögel/km² |
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| Matsalu-Nationalpark Läänemaa, Estland |
Gänse- & Kranichrast bis 60.000 Weißwangengänse |
April/Mai und September/Oktober 🟠 klingt ab |
kaum Zug 2,6 Vögel/km² |
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| Rederangsee · Müritz-Nationalpark Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland |
Kranichrast rund 10.500 Kraniche |
Ende August bis Ende Oktober 🟠 klingt ab |
kaum Zug 0,8 Vögel/km² |
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| Unteres Odertal · Gartz Brandenburg, Deutschland |
Kranich- & Gänserast bis 15.000 Kraniche |
Ende September bis Oktober 🟠 klingt ab |
kaum Zug 0,4 Vögel/km² |
Hotels ✦ |
„Letzte Nacht" = vertikal integrierte Vogeldichte aus Wetterradar (Aloft/ENRAM · CC BY 4.0), Spitzenwert der Nachtstunden rund 1–2 Nächte zuvor; nicht jeder Rastplatz hat ein nahes Radar. Saisonangaben sind typische Zeitfenster – der genaue Verlauf hängt von Wetter und Jahr ab.
Die Einflüge: das eigentliche Schauspiel
Tagsüber stehen die Kraniche verstreut auf abgeernteten Feldern – sehenswert, aber unspektakulär. Das große Bild gibt es morgens und abends: In der letzten Stunde vor Sonnenuntergang kehren die Trupps zu ihren flachen Schlafgewässern zurück, Kette um Kette, mit dem unverwechselbaren trompetenden Rufen. Eine gute Stunde vor Sonnenuntergang an einer offiziellen Beobachtungsstelle stehen, Fernglas mitnehmen, Abstand zu den Schlafplätzen halten – aufgescheuchte Kraniche kehren oft die ganze Nacht nicht zurück.