Naturesclock im Unterricht und im Studium
Diese Seite rechnet aus, wann und wo in Europa Naturschauspiele zu sehen sind, und zeigt dazu laufende Messungen: Vogelzug im Wetterradar, Sonnenaktivität, Pegel, Schnee, Wassertemperatur. Alle Quellen sind offen. Hier steht, woher jede Zahl kommt, was sich damit im Unterricht anfangen lässt und wie man die Seite zitiert.
Was die Seite kann – und was nicht
Zwei Arten von Angaben sind zu unterscheiden. Berechnete Termine (Sonnenstand, Polartag und Polarnacht, Mondphasen, Finsternisse, Meteormaxima) stammen aus Himmelsmechanik und sind auf den Tag genau, Jahre im Voraus. Gemessene Werte (Kp-Index, Vogeldichte im Radar, Schneehöhe, Pegel, Wassertemperatur) kommen von Messnetzen und Satelliten, werden regelmäßig neu geladen und tragen immer einen Zeitstempel. Saisonangaben zu Tieren und Pflanzen („Kranichrast Oktober–November") sind typische Zeitfenster aus langjähriger Beobachtung, kein Versprechen für ein einzelnes Jahr.
Die Seite verwendet keine Cookies und kein Werbe-Tracking; Besuche werden ohne Personenbezug gezählt (Datenschutz). Einige Links zu Unterkünften, Touren und Fähren sind mit ✦ gekennzeichnete Partnerlinks – für die Nutzung im Unterricht spielen sie keine Rolle.
Woher die Daten kommen
Jede Seite nennt ihre Quelle und den Messzeitpunkt unten am Text. Die Übersicht hier ist die Zusammenfassung.
| Was | Quelle | Lizenz | Aktualisierung |
|---|---|---|---|
| Astronomie: Sonnenauf-/-untergang, Polartag, Polarnacht, Mondphasen, Jahreszeiten | Eigene Berechnung mit Skyfield auf JPL-Ephemeride DE421 (NASA) | gemeinfrei | jährlich vorausberechnet (aktuell 2026 und 2027) |
| Sonnen- und Mondfinsternisse | NASA/GSFC, Fünf-Jahrtausend-Katalog (Espenak & Meeus) | frei mit Quellenangabe | fester Katalog |
| Meteorströme (Maxima, ZHR) | International Meteor Organization – Sonnenlängen der Maxima, Datum per Skyfield | Fakten | jährlich |
| Nordlicht: Kp-Index und 3-Tage-Vorhersage | NOAA Space Weather Prediction Center | US Public Domain | stündlich |
| Vogelzug im Wetterradar (Dichte, Richtung, Höhe) | Aloft/ENRAM – Vogelprofile der europäischen Wetterradare (OPERA) | CC BY 4.0 | stündlich nachgeladen, Daten liegen 1–2 Tage zurück |
| Zugwege mit GPS-Sendern | Movebank Data Repository (Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie u. a.), GBIF, INBO | CC0 bzw. CC BY-NC – je Datensatz auf der Seite ausgewiesen | Archivdaten; Turteltaube täglich |
| Zugwetter und Bewölkung der nächsten Nächte | MET Norway (Yr), Locationforecast | CC BY 4.0 | mehrmals täglich |
| Laubfärbung und Blüte nach Bundesland | Deutscher Wetterdienst, phänologische Beobachter (CDC OpenData) | CC BY 4.0 | Vorjahresmittel je Bundesland |
| Schneehöhen Alpen und Skandinavien | SLF Schweiz, DWD, GeoSphere Austria, NVE Norwegen, SMHI Schweden | CC BY 4.0 / NLOD | täglich |
| Pegel und Gezeitentrend an der Nordsee | PEGELONLINE, Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes | DL-DE Zero 2.0 | alle 15 Minuten |
| Wassertemperatur Mittelmeer und Ostsee | NOAA CoastWatch (Geo-Polar Blended SST, Satellit), SMHI (Küstenstationen) | US Public Domain / CC BY 4.0 | täglich |
| Seegang vor Portugal (Nazaré) | IPMA, Instituto Português do Mar e da Atmosfera (WAM-Modell) | Open Data | täglich, 3 Tage voraus |
| Vulkane: Hitzepunkte und Erdbeben | NASA FIRMS (Satelliten-Hitzesignaturen), INGV und EMSC/Seismic Portal (Erdbebenkataloge) | frei mit Quellenangabe | täglich |
| Badegewässer-Qualität | Europäische Umweltagentur, WISE Bathing Water | CC BY 4.0 | jährlich (Saisonbericht) |
Rechenkern: Skyfield 1.54 + Astral 3.2 (offline berechnet) · Ephemeride de421.bsp (JPL/NASA, gemeinfrei). Für eigene Projekte lohnt der direkte Weg zur Primärquelle – NOAA, Aloft, DWD, PEGELONLINE und MET Norway bieten offene Schnittstellen, die auch in Schul- und Studienarbeiten frei genutzt werden dürfen.
Ideen für den Unterricht
Die Vorschläge sind so gewählt, dass die Lernenden mit echten, sich verändernden Daten arbeiten und ihre Ergebnisse überprüfen können. Zeitangaben sind Erfahrungswerte für eine Doppelstunde bzw. eine Beobachtungswoche.
Biologie: Vogelzug live im Wetterradar
Sek I/II, eine Woche Beobachtung. Die Zugkarte zeigt für jede Nacht, wo Wetterradare Vögel gemessen haben, wie dicht und in welche Richtung. Aufgabe: an fünf Abenden Dichte und Hauptrichtung für zwei Radare notieren (Nord- und Süddeutschland), danach mit dem Wind vergleichen – die Hotspot-Seiten (z. B. Linum) zeigen das Zugwetter der nächsten drei Nächte. Leitfrage: Warum ziehen in manchen Nächten zehnmal so viele Vögel wie in anderen? (Rückenwind, klare Nächte, Kaltfronten.)
Oberstufe, Zugstrategien. Auf Zugwege bis Afrika lassen sich besenderte Weißstörche, Schwarzstörche und Schreiadler über ein Zugjahr verfolgen. Vergleich Westroute (Gibraltar) und Ostroute (Bosporus), Anteil der Störche, die in Spanien überwintern, Zuggeschwindigkeit aus Datum und Breitengrad schätzen. Die Seite weist je Art aus, wie viele Tiere und Zugjahre dahinterstehen.
Physik und Astronomie: Sonnenwind, Kp-Index, Meteore
Kp-Index verstehen. Die Nordlicht-Seite zeigt den aktuellen Kp-Wert (0–9) und die Vorhersage für drei Tage, dazu je Ort, ab welchem Kp Polarlicht dort sichtbar wird. Aufgabe: zwei Wochen lang täglich den Kp notieren und mit den Nordlicht-Meldungen aus Skandinavien vergleichen. Warum reicht in Tromsø Kp 2, in Hamburg braucht es Kp 7?
Meteorströme und Mondphase. Jede Sternschnuppen-Seite nennt die Zenitstundenrate (ZHR) und den Mondstand zum Maximum. Rechnen: Wie viele Meteore sieht man realistisch bei Mondlicht und Stadthimmel, wenn die ZHR 100 beträgt? Beobachtungsprotokoll in einer Nacht um das Maximum.
Geographie: Breitengrad, Jahreszeiten, Gezeiten
Polartag und Polarnacht. Die Rangliste beste Orte für Mitternachtssonne ordnet Orte nach Dauer. Aufgabe: Dauer gegen geographische Breite auftragen – die Kurve zeigt, wie die Neigung der Erdachse wirkt. Dasselbe im Winter mit der Polarnacht.
Phänologie als Klimakarte. Laubfärbung und Blüte wandern in typischer Reihenfolge durch die Bundesländer. Warum beginnt der Herbst im Rheinland zuerst und in Schleswig-Holstein zuletzt? (Meeresnähe, Höhenlage, Kontinentalität.)
Gezeiten. Die Pegel der Nordseeküste aktualisieren sich alle 15 Minuten. Ein Tag Pegelverlauf an zwei Stationen ergibt Tidenhub und Zeitversatz zwischen Emden und Husum.
Mathematik und Informatik: mit offenen Daten arbeiten
Die Primärquellen liefern Rohdaten als JSON oder CSV: NOAA (Kp-Reihe), Aloft (Radarprofile je Nacht), PEGELONLINE (Wasserstände),
DWD (phänologische Meldungen). Projektideen: gleitende Mittel über die Kp-Reihe, Histogramm der Zughöhen aus einem Radarprofil, Vergleich der
Vogeldichte mit Windrichtung aus den Wetterdaten. Für einen schnellen Einstieg liefert /map-data.php die 57 Reiseziele dieser Seite mit Koordinaten
und Saisonmonaten je Phänomen als JSON.
Grenzen der Daten – bitte mitdenken
- Radar sieht keine Arten. Das Wetterradar misst, wie viele Vögel pro Kubikkilometer fliegen, nicht welche. Tagzieher wie Kraniche und Störche erfasst es kaum; die Zugkarte zeigt vor allem nächtlich ziehende Singvögel.
- Verzug. Radardaten erscheinen 1–2 Tage nach der Nacht; die Seite schreibt deshalb „Nacht zum …", nicht „live".
- Vorhersagen sind grob. Die Kp-Vorhersage reicht drei Tage und trifft oft nur die Größenordnung. Seegangs- und Wolkenprognosen sind Modellwerte für Zonen, keine Messung am Strand.
- Phänologie ist ein Mittelwert. Die Termine für Laubfärbung und Blüte sind Mediane der Vorjahresmeldungen; ein warmer Herbst verschiebt sie um Wochen.
- Saisonfenster sind Erfahrungswerte. „Kranichrast Oktober–November" beschreibt den typischen Verlauf; der konkrete Höhepunkt hängt vom Wetter ab.
So zitieren Sie die Seite
Für die Zahlen selbst ist die Primärquelle maßgeblich – sie steht auf jeder Seite unter dem Text. Die Seite naturesclock.com wird als Aufbereitung zitiert, mit Abrufdatum:
Screenshots und Textauszüge dürfen in Referaten, Hausarbeiten und Unterrichtsmaterial mit dieser Quellenangabe verwendet werden. Für andere Verwendungen und bei Fragen zu den Daten: Kontakt im Impressum.
Einstiege nach Jahreszeit
- Herbst: Kranichzug, Zugkarte, Laubfärbung, Nordlicht-Saison
- Winter: Polarnacht, Schneehöhen, Geminiden und Quadrantiden
- Frühjahr: Blütezeit, Heimzug der Störche, Weiße Nächte
- Sommer: Mitternachtssonne, Perseiden, Wassertemperatur, Wattwandern