Vogelzug-Karte: wohin Europas Zugvögel fliegen
Über 100 Wetterradare messen, in welche Richtung die Vögel über ihnen ziehen, wie schnell und wie viele. Die Strömung folgt diesen Messungen, das Leuchten zeigt, wo viel Zug in der Luft ist – ein Klick auf einen Stationspunkt zeigt die Werte, „Pfeile“ blendet die Richtung je Radar ein. Wähle eine Nacht und spiele sie Stunde für Stunde ab – oder schalte auf den Verlauf über bis zu 30 Nächte.
🌍 Wohin fliegen sie danach? Das Radar endet in Südspanien. Die Reise bis nach Afrika zeigen besenderte Störche, Weihen und Segler: Zugwege bis Afrika →
Die stärksten Zugnächte an den Radaren · Nacht zum 7. Oktober
| Radar | Spitzendichte | Flugrichtung | Tempo | Hauptflughöhe |
|---|---|---|---|---|
| Åtvidaberg (Vilebo) Schweden |
Massenzug 210,7 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 48 km/h | 1.000–1.200 m |
| Alhaurin el Grande (Malaga) Spanien |
Massenzug 175,6 Vögel/km² |
↑ nach Nord | 4 km/h | 2.000–2.200 m |
| Hurum Norwegen |
Massenzug 137 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 46 km/h | 1.400–1.600 m |
| Bålsta Schweden |
Massenzug 135,9 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 42 km/h | 0–200 m |
| Karlskrona Schweden |
Massenzug 116,7 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 45 km/h | 200–400 m |
| Wideumont Belgien |
starker Zug 99,9 Vögel/km² |
↑ nach Südwest | 3 km/h | 600–800 m |
| Örnsköldsvik Schweden |
starker Zug 93,6 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 8 km/h | 1.200–1.400 m |
| Collobrières Frankreich |
starker Zug 89,8 Vögel/km² |
↑ nach Nordwest | 29 km/h | 1.000–1.200 m |
| Leksand Schweden |
starker Zug 88,5 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 52 km/h | 800–1.000 m |
| Vara Schweden |
starker Zug 82,5 Vögel/km² |
↑ nach Süd | 45 km/h | 600–800 m |
Was die Karte zeigt – und was nicht
Wetterradare sehen nicht nur Regen, sondern auch Vögel. Aus den Echos berechnet das europäische Forschungsnetz Aloft für jedes Radar alle paar Minuten ein Höhenprofil: wie viele Vögel in welcher Höhe fliegen, in welche Richtung und wie schnell. Diese Seite fasst die Profile je halbe Stunde zusammen.
- Nachtzug: Der Radar erfasst vor allem Vögel, die nachts ziehen – Singvögel, Drosseln, Rotkehlchen, Watvögel. Kraniche, Störche und Greifvögel ziehen am Tag in der Thermik und tauchen hier kaum auf; für sie gibt es die Kranichzug-Seite mit den Rastplätzen.
- Etwa zwei Tage Verzug: Die Radardaten einer Nacht stehen ein bis zwei Tage später vollständig bereit. Wie die kommenden Nächte werden, zeigt das Zugwetter auf den Hotspot-Seiten.
- Vögel/km² ist die Zahl der Vögel in der Luftsäule über einem Quadratkilometer zum stärksten Zeitpunkt der Nacht. Ab etwa 25 spricht man von starkem Zug, über 100 von Massenzug.
- Geglättet und Rast: Zwischen den Messungen blendet die Karte stufenlos über und glättet leicht über benachbarte Zeitpunkte und Radare – das Bild ist dadurch ruhiger, aber nicht jede Bewegung ist so gemessen. Ein gestrichelter Ring („Rast wahrscheinlich“) erscheint im Verlauf über Nächte, wenn über einem Radar nach starken Zugnächten der Zug plötzlich einbricht: Die Vögel sind dann vermutlich gelandet, oft wegen Regen oder Gegenwind – oder schon weitergezogen. Rastende Vögel am Boden sieht das Radar selbst nicht.
- Vogelarten: Das Radar unterscheidet keine Arten – es misst Echos, also Dichte, Richtung und Höhe. Über die Schaltflächen unter der Karte lassen sich die Beobachtungs-Hotspots nach Artengruppe einblenden (Rauten); ihr Rand zeigt, ob dort gerade Saison ist.
- Grenzen: Im Sommer können Insekten die Werte erhöhen, bei Regen fallen Profile aus. Nicht jedes Land liefert Daten (u. a. fehlen Großbritannien, Italien und Polen).
Quelle: Aloft/ENRAM – Wetterradar-Vogelprofile der europäischen Wetterdienste (OPERA), CC BY 4.0. Kartenkacheln © OpenStreetMap-Mitwirkende.